Augenpflege bei Katzen: Erkennung und Prävention von 6 häufigen Augenbeschwerden bei Katzen

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Ihr Kätzchen blinzelt Ihnen ständig zu und Sie haben bemerkt, dass es sich die Augen reibt. Vielleicht brennen und jucken auch Ihre eigenen Augen immer, wenn gerade Allergiesaison ist. Könnte Ihr Kätzchen also bloß eine Allergie haben, oder handelt es sich um ein ernsthafteres Problem? Augenpflege ist ein wichtiger Beitrag zur Allgemeingesundheit Ihres Haustieres. Wenn Sie die wichtigsten Augenprobleme bei Katzen kennen, kann das hilfreich sein, um schwere Beeinträchtigungen der Sehkraft bei Ihrer Katze zu verhindern.

Katzen neigen weniger stark zu Augenproblemen als Hunde, aber wenn Probleme vorhanden sind, können diese laut Animal Eye Care oft chronisch werden. Die folgenden sechs Augenerkrankungen treten häufig auf:

1.  Konjunktivitis

Konjunktivitis ist auch unter dem Namen „Bindehautentzündung“ bekannt und äußert sich meist darin, dass die Augen gerötet sind. Das ist auf eine Entzündung der Schleimhäute zurückzuführen, die das Äußere des Augapfels und das Innere des Augenlids umgeben. Konjunktivitis ist bei Katzen ebenso ansteckend wie bei Menschen; Katzen können sie allerdings nicht auf den Menschen übertragen.

  • Ursachen: Laut dem Cornell University College of Veterinary Medicine entsteht Konjunktivitis typischerweise durch eine virale oder bakterielle Infektion der oberen Atemwege.
  • Symptome: Das auffälligste Anzeichen sind tränende Augen. Das Auge kann eine klare bis gräuliche, gelbliche, grünliche oder auch dunkel bis rostrot gefärbte Flüssigkeit absondern. Das Augeninnere kann geschwollen und/oder gerötet sein und es können ein oder beide Augen betroffen sein. Es können auch andere Anzeichen einer Erkrankung der oberen Atemwege wie Niesen oder Nasenausfluss vorhanden sein.
  • Behandlung: Konjunktivitis lässt sich normalerweise mit einem topisch verabreichten Antibiotikum in Form von Tropfen oder Salben behandeln. Falls eine Erkrankung der oberen Atemwege vorliegt, wird Ihr Tierarzt auch diese behandeln. Eine Infektion, die häufig zu Konjunktivitis führt, ist FHV-1 bzw. das Feline Herpesvirus. Wenn der Tierarzt FHV-1 als Ursache für die Konjunktivitis feststellt, kann er eine spezielle Behandlung gegen dieses Virus verordnen, um weitere Krankheitsschübe zu verhindern.

2. Weitere Infektionen des Auges

Konjunktivitis ist nicht die einzige Augeninfektion, an der Ihre Katze erkranken kann. Auch andere Augeninfektionen sind bei Katzen weit verbreitet. Sie entstehen häufig durch eine Infektion der oberen Atemwege, die sich auf die Augen ausbreitet. Ob Augeninfektionen ansteckend sind oder nicht, hängt von der zugrundeliegenden Infektionsursache ab.

  • Ursachen: Augeninfektionen können durch verschiedene Auslöser hervorgerufen werden, wie beispielsweise Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten.
  • Symptome: Reiben und Zusammenkneifen der Augen sind häufig ein Zeichen für eine Augeninfektion bei Katzen.  Weitere Symptome sind Rötungen und Schwellungen, Augenausfluss sowie Niesen und Nasenausfluss.
  • Behandlung: Im Normalfall wird Ihr Tierarzt die Infektion behandeln, die den Beschwerden zugrunde liegt. Bei leichterem Verlauf versucht man normalerweise, die Symptome durch viel Ruhe, Beseitigen des Augenausflusses, gesunde Ernährung und viel Flüssigkeit zum Abklingen zu bringen. Schwere Infektionen können mit topisch angewendeten Salben oder Augentropfen behandelt werden, oder auch systemisch mit Antibiotika.

3. Reizungen

Katzen leiden allgemein nicht häufig an Allergien, die zu juckenden und tränenden Augen führen; allerdings können Reizstoffe in ihrer Umgebung einen ähnlichen Effekt hervorrufen.

  • Ursachen: Intensive Duftstoffe wie beispielsweise Parfüm und Chemikalien in Reinigungsmitteln, aber auch Tabakrauch und Staub, können bei Katzen zu Augenreizungen führen.  Praktisch alles, was in das Auge Ihrer Katze gelangt, kann zu einer Augenreizung führen.
  • Symptome: Achten Sie auf Anzeichen von Unwohlsein wie häufiges Blinzeln oder Reiben, sowie auf Rötungen und Ausfluss.
  • Behandlung: Wenn die Symptome auf eine Reizung zurückzuführen sind, können Sie versuchen, die Augen mit einer Augenspüllösung auszuwaschen, sofern Ihre Katze das toleriert. Allerdings sind die Symptome einer Augenirritation meist kaum von denen einer ernsthafteren Erkrankung zu unterscheiden. Deshalb ist es oft am besten, bei Augenproblemen den Tierarzt aufzusuchen. Wenn Sie genau wissen, was die Ursache für die Augenreizung ist, sollten Sie möglichst dafür sorgen, dass die Katze nicht mehr damit in Berührung kommt.Veterinary placing a few drops of eye drops cat

4. Hornhautgeschwüre

Ein Hornhautgeschwür kann eine ernsthafte Erkrankung sein, denn es handelt sich um eine offene Wunde auf der Augenoberfläche, die dazu führen kann, dass der betroffene Augenbereich sich eintrübt.

  • Ursachen: Ein Hornhautgeschwür kann durch eine Augenverletzung, chronisch trockene Augen oder anatomische Besonderheiten entstehen. Auch eine Augeninfektion kann die Ursache sein – insbesondere dann, wenn diese nicht behandelt wird.
  • Symptome: Neben einer Eintrübung des betroffenen Augenbereichs gehören Reiben und Blinzeln, offenkundige Schmerzen am Auge, Rötungen sowie Ausfluss zu den Symptomen eines Hornhautgeschwürs.
  • Behandlung: Oberflächliche, gutartige Geschwüre heilen nach der Behandlung der Krankheitsursache häufig von alleine ab. Trotzdem kann Ihr Tierarzt eine antibiotische Salbe oder Tropfen und ein schmerzlinderndes Medikament verschreiben. Tiefgehende Geschwüre erfordern mitunter eine chirurgische Behandlung. Bei richtiger Behandlung sind Hornhautgeschwüre gewöhnlich heilbar; sie sollten jedoch auf keinen Fall unbehandelt bleiben, da sie sonst zu dauerhafter Blindheit und Entstellung führen können.

5. Glaukom

Diese Erkrankung entsteht durch einen zu hohen Augendruck aufgrund überschüssiger Flüssigkeit. Ein Glaukom ist eine schwere Erkrankung, die schnellstmöglich behandelt werden sollte, um dauerhafte Blindheit oder Entstellung zu vermeiden.

  • Ursachen: Es kann durch eine Reihe von Ursachen zu einer Stauung der Augenflüssigkeit kommen, was letztendlich zum Glaukom führt. Ursachen sind beispielsweise anatomische Fehlbildungen, Augeninfektionen, Entzündungen, ein Augentrauma und Tumore. Bei einigen Katzen besteht eine genetische Veranlagung für diese Erkrankung und es ist dann nicht ungewöhnlich, dass beide Augen betroffen sind.
  • Symptome: Katzen, die an einem Glaukom leiden, zeigen in der Regel Anzeichen für starke Schmerzen sowie häufiges Reiben und Zusammenkneifen der Augen. Sie ziehen sich zurück, jammern und schreien. Die Augen können trübe aussehen, tränen oder gerötet sein. In schweren Fällen kann auch der Augapfel anschwellen.
  • Behandlung: Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihre Katze ein Glaukom haben könnte, sollten Sie umgehend den Tierarzt aufsuchen. Je früher Flüssigkeit abgelassen und somit der Augendruck gemindert wird, desto besser sind die Chancen, das Auge zu retten. In leichteren Fällen verschwindet das Glaukom, sobald die zugrundeliegende Ursache behandelt wurde. Schwerere Fälle erfordern jedoch eine fortlaufende Behandlung, um zu verhindern, dass sich zu viel Flüssigkeit ansammelt. Schlimmstenfalls kann eine Entfernung des Auges notwendig werden.

6. Katarakte

Ein Katarakt ist ein eingetrübter Bereich auf der Linse des Auges, der verhindert, dass Licht den Augenhintergrund erreicht; dies führt zu einem Verlust von Sehkraft und in einigen Fällen zur Blindheit.

  • Ursachen: Katarakte können einfach eine Folge des Alterns sein, aber auch durch Diabetes mellitus oder eine Entzündung der mittleren Augenhaut entstehen. Außerdem können Katarakte die Folge eines Elektroschocks oder des Kontakts mit Strahlen oder toxischen Substanzen sein. Sie können auch auf einen Calciummangel hinweisen.
  • Symptome: Katarakte äußern sich darin, dass das Auge milchig und trübe aussieht. Typischerweise sind Katarakte jedoch nicht sichtbar, bis sie soweit fortgeschritten sind, dass bereits eine Beeinträchtigung der Sehkraft vorliegt. Ihre Katze stößt dann möglicherweise an Gegenstände oder bewegt sich sehr langsam, insbesondere bei Dämmerlicht. Katarakte aufgrund von Diabetes mellitus können bei Ihrer Katze Symptome wie Gewichtsverlust, ständigen Durst und häufiges Urinieren verursachen.
  • Behandlung: Sie sollten den Tierarzt aufsuchen, um nicht altersbedingte Ursachen, die gegebenenfalls einer besonderen Behandlung bedürfen, auszuschließen. Katarakte können grundsätzlich chirurgisch behandelt werden, wobei die Sehkraft wiederhergestellt wird. Es kann aber sein, dass Ihre Katze gut mit einer geringeren Sehkraft fertig wird, wenn sie in der Wohnung gehalten wird und somit Gefahrensituationen meiden kann.

Augenpflege bei Katzen

Wenn Ihre Katze Anzeichen von Augenproblemen zeigt, sollten Sie unverzüglich Ihren Tierarzt aufsuchen. Weil sich diverse Augenerkrankungen in ihren Symptomen ähneln, ist eine Diagnose ohne ärztliche Untersuchung kaum möglich. Wenn Sie auf gut Glück eine Laiendiagnose stellen oder einfach abwarten und hoffen, dass die Symptome von selbst wieder verschwinden, verlieren Sie viel Zeit. Falls sich die Beschwerden nicht bessern, kann die Situation kritisch werden und das Auge Ihrer Katze ist möglicherweise nicht mehr zu retten.

Unabhängig davon, ob Ihre Katze Symptome einer Augenerkrankung zeigt oder nicht, hilft eine gute Augenpflege mitunter zu verhindern, dass solche Erkrankungen überhaupt erst entstehen. Wenn Sie Ihrer Katze ein hochwertiges Katzenfutter geben, regelmäßig die Impfungen auffrischen, sie in der Wohnung halten und möglichst den Kontakt zu fremden, potentiell infizierten Katzen vermeiden, tragen Sie bereits viel zum Schutz der Augengesundheit Ihrer Katze bei – und zu ihrer Allgemeingesundheit und Lebensqualität.

Contributor Bio

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Jean Marie Bauhaus

Jean Marie Bauhaus ist freiberufliche Autorin, Schriftstellerin und Lektorin. Sie lebt in Tulsa, Oklahoma. In ihrem Arbeitszimmer schreibt sie gerne über Haustiere und deren Gesundheit, wobei sie fast immer eine Fellnase auf dem Schoß hat.

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