Was will Ihr Hund Ihnen sagen?

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Für die menschliche Verständigung sind Worte wichtig; Hunde hingegen verständigen sich primär durch Körpersprache und Laute. Ihr Hund scheint zu verstehen, was Sie ihm sagen – besonders wenn Sie sich die Mühe gemacht haben, ihm einige einfache Kommandos wie „Sitz“, „Fuß“ und „Bleib“ beizubringen. Aber auch Sie sollten lernen, Ihren Hund zu verstehen und seine Körpersprache zu deuten.

Die Lautäußerungen Ihres Hundes

Falls Ihr Hund eines Tages wirklich zu sprechen beginnt, nehmen Sie sofort Ihr Smartphone heraus und machen Sie ein Video. Sie werden garantiert berühmt! Bis dahin müssen Sie sich leider mit subtilen verbalen Hinweisen begnügen, um entschlüsseln zu können, was er Ihnen sagen will. Hunde kommunizieren durch ihre körperliche Anwesenheit; aber es gibt einige Lautäußerungen, an denen Sie verlässlich erkennen können, was sie denken oder fühlen. 

Hecheln

Wenn ein Hund ruhig ist, hechelt er möglicherweise leicht. Tatsächlich hechelt er vielleicht so unmerklich, dass Sie es für leichtes Atmen halten. Hunde hecheln leicht, wenn sie glücklich oder voller Energie sind. Wenn Sie Ihren Hund auffordern, mit Ihnen Gassi zu gehen, wird er etwas heftiger atmen. Hunde hecheln auch, wenn sie nervös sind.

Achten Sie darauf, wenn das Hecheln sehr heftig wird. Es könnte ein Anzeichen dafür sein, dass mit Ihrem Hund etwas nicht in Ordnung ist. Hunde hecheln sehr stark, wenn sie überhitzt sind, an einem Trauma leiden oder eine chronische Krankheit haben. Wenn Sie bemerken, dass Ihr Hund sehr stark hechelt, lassen Sie ihn zur Ruhe kommen und versuchen Sie, ihn abzukühlen. Hält der Zustand über längere Zeit an, sollten Sie einen Termin bei Ihrem Tierarzt vereinbaren, um sicherzustellen, dass es keine gesundheitlichen Probleme gibt.

Winseln

Winsellaute sind schwer zu deuten. Laut Vetstreet kann Winseln bedeuten, dass Ihr Hund Sie um etwas „bittet“, wie etwa mehr Aufmerksamkeit oder Futter. Ihr Hund kann aufgeregt oder voller Energie sein. Manche Hunde reagieren mit Winseln auf Stress. Ein verletzter oder kranker Hund drückt durch Winseln sein Unbehagen aus. Wie bei vielen anderen Lautäußerungen sollte man immer überprüfen, ob vielleicht noch andere Gründe hinter dem Winseln stecken.

Wenn Sie viel Zeit mit Ihrem Hund verbringen, werden Sie sein Winseln nach und nach besser deuten können. Manche Hunde setzen Körpersprache und Winseln ein, um Aufmerksamkeit von Herrchen oder Frauchen zu bekommen. Andere wiederum winseln und setzen sich vor die Tür, um Ihnen zu sagen, dass sie sich erleichtern müssen (Glückwunsch, wenn Ihr Hund so reagiert, denn dann hat es mit der Sauberkeitserziehung geklappt). Winseln wird häufig als negativ betrachtet, aber in diesem Fall ist es in Ordnung und sogar schlau. Wenn Ihr Hund allerdings winselt, ohne zu signalisieren, dass er glücklich ist oder raus muss, könnte es sich um ein gesundheitliches Problem handeln, dem Sie auf den Grund gehen sollten.  Hunde können nicht sagen, was ihnen fehlt. Deswegen ist es am besten, sie im Zweifelsfall beim Tierarzt untersuchen zu lassen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Bellen

Bellen ist mit Schreien beim Menschen vergleichbar. Ihr Hund versucht, seine Gefühle auszudrücken, und das kann er in diesem Fall nur durch Bellen. Ein Hund bellt in verschiedenen Tonhöhen, wobei einige bedrohlicher klingen als andere. Jedenfalls sollte man dem Bellen immer Aufmerksamkeit schenken. Ein ununterbrochenes schnelles Bellen ist oft ein Alarmzeichen. Vielleicht hat jemand sein Revier betreten – beispielsweise der Briefträger – und er möchte seine Hausgenossen (und die Hunde in der Nachbarschaft) darauf aufmerksam machen. Lautes, tiefes Bellen ist oft eine Warnung an Fremde: „Keinen Schritt näher, ich traue dir nicht.“ Richten Sie sich danach und nähern Sie sich vorsichtig. Ein jaulendes Bellen hört man oft bei verletzten Hunden. Wenn Sie einen jaulenden Hund entdecken, sollten Sie Hilfe holen. Vielleicht handelt es sich um einen Notfall. Vergessen Sie dabei nicht, dass ein verletzter Hund auch Angst haben kann und Ihre guten Absichten möglicherweise nicht als Hilfe, sondern als Gefahr sieht. 

Heulen ähnelt dem Bellen, das Hunde von ihren Vorfahren geerbt haben – den Wölfen. Meistens ist es ein höherer, langgezogener Ton, mit dem der Hund seine Anwesenheit kommuniziert und sich mit anderen Hunden in seiner Nähe verständigt. Das Heulen kann für Menschen laut und störend sein; für Ihren Hund ist es aber nur eine Form der Verständigung.

Singen

Nein, Ihr Hund ist wahrscheinlich nicht der nächste große Popstar. Aber sein Bellen kann manchmal fast wie Singen klingen. Hunde singen meist, wenn sie sich glücklich fühlen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Hunde singen, wenn Ihr Besitzer Klavier spielt, wenn sie sich darüber freuen, dass er nachhause kommt, oder wenn sie zeigen wollen, wie sehr sie das Spielen mit ihm genießen. Diese Lautäußerung ist einfach ein Weg, um auszudrücken, dass sie guter Stimmung sind.

Der Körper

Mit seiner Körperhaltung und anderen körperlichen Signalen drückt ein Hund seinen Gemütszustand aus. Wie sieht seine Körperhaltung aus? Versucht er, sich größer zu machen, als er ist? Macht er sich am Boden klein, wenn Sie sich nähern?

Das Fell

Wenn Sie nicht genau wissen, ob ein Hund angriffslustig ist und Sie besser vorsichtig sein sollten, achten Sie auf sein Fell. Wenn sich die Haare auf seinem Kopf, am Nacken oder am Körper aufstellen (ähnlich wie bei einer Katze), will er Ihnen damit sagen, dass Sie besser Abstand halten sollten. Ein Hund kann nervös oder zornig sein Sein Körper ist dann wie ein Stoppschild. Es soll Ihnen sagen, dass er sich nicht wohl dabei fühlt, wenn Sie oder etwas anderes sich ihm nähern. Sein Signal ist möglicherweise nicht gegen Sie selbst gerichtet, sondern kann ein subtiler Hinweis darauf sein, dass eine Gefahr in der Nähe ist. Weil ein Hund einen viel feineren Geruchs- und Gehörsinn hat als der Mensch, kann es sein, dass er etwas bemerkt hat, das Ihnen noch gar nicht aufgefallen ist. Er will Ihnen dann sagen, dass Sie vorsichtig sein und aufpassen sollen. 

Der Schwanz

Mit seinem Schwanz gibt Ihnen der Hund zahlreiche Signale. Wedelt er mit seinem Schwanz? Dann ist er wahrscheinlich glücklich und voller Energie. Klemmt er seinen Schwanz zwischen seine Beine? Ein eingeklemmter Schwanz ist ein Zeichen für Angst und kann bedeuten, dass der Hund nervös ist. Ein senkrecht aufgestellter Schwanz (auch als „pointed“ bezeichnet) bedeutet, dass Ihr Hund sehr aufmerksam ist. Mit dieser Haltung kommunizieren Jagdhunde häufig, dass die Beute in der Nähe ist und Sie sich ruhig und vorsichtig verhalten sollten. Es kann auch sein, dass Ihr Hund versucht, Dominanz zu zeigen, indem er physisch mehr Raum einnimmt.Sitzender Welsh Corgi mit aufgestellten Ohren dreht sich weg.

Körperhaltung

Mit seiner Körperhaltung zeigt Ihnen Ihr Hund häufig, wie er sich fühlt oder was er vorhat. Krümmt sich Ihr Hund von Ihnen weg und hält seinen Körper dicht am Boden, ist er Ihnen gegenüber unterwürfig oder ängstlich.  Spannt ein Hund seine Muskeln an und versucht offensichtlich, sich größer zu machen als er ist, versucht er, ein Alphahund zu sein. Dann sollte man vielleicht besser abwarten, bis er sich entspannt hat, bevor man sich ihm nähert.

Wenn Ihr Hund entspannt ist, drückt er das durch eine entspannte Körperhaltung aus. Alle vier Beine stehen gleichmäßig auf dem Boden und man sieht keine angespannten Muskeln. Wenn er sich mit Ihnen wohlfühlt und keine Stressfaktoren vorhanden sind, legt sich Ihr Hund vielleicht auf den Rücken, mit dem Bauch nach oben, und wartet auf Streicheleinheiten.

Ein Hund kann Ihnen sein Wohlbefinden zeigen, indem er mit seiner Schnauze an Ihnen reibt oder Sie anstupst. Das ist häufig ein Signal, dass er mehr Aufmerksamkeit will. Er drückt dann seine Nase unter Ihre Hand und will sagen: „Komm, streichle mich.“

Der Kopf

Je nach Rasse sind Form und Größe des Kopfes sehr unterschiedlich. Einige Hunde haben lange und hängende Ohren; bei anderen sind sie kurz und aufrecht. Ganz gleich, wie die Ohren, Augen, oder das Maul eines Hundes beschaffen sind – man kann eine Menge über die Körpersprache eines Hundes lernen, wenn man auf die Signale seines Kopfes achtet.

Die Kopfstellung kann auch ein Zeichen dafür sein, dass Ihr Hund versucht, Sie zu verstehen. Haben Sie schon einmal beobachtet, dass Ihr Hund seinen Kopf leicht zur Seite neigt, wenn Sie mit ihm sprechen? Laut Vetstreet macht er das meistens nur, damit er Sie besser hören kann. Hunde können sehr gut erkennen, was in Herrchen oder Frauchen vorgeht, und ihr schräg geneigter Kopf kann ein Signal dafür sein, dass sie sich in Sie hineinversetzen und versuchen, besser zu verstehen, was Sie sagen. Oder vielleicht realisieren sie einfach nur, dass irgendetwas Gutes für sie dabei herauskommen könnte – etwa ein Leckerli oder eine Streicheleinheit.  Oft ist das Kopfneigen nur ein Signal dafür, dass der Hund versucht, Sie zu verstehen.

Maul

Ein entspannter Hund hat eine leicht geöffnete und entspannte Schnauze. Entspannte und zufriedene Hunde versuchen sogar, Ihr Herrchen oder Frauchen abzulecken. Ein Hund mit geschlossenem Maul oder zusammengebissenem Kiefer ist nervös. Und noch ein Signal für Unterwürfigkeit bei Hunden: Einige lecken sich die Lippen und gähnen. Das machen sie, um sich selbst zu beruhigen; es ist aber ein Hinweis darauf, dass sie unter Zwang stehen.

Wenn ein Hund seine Zähne zeigt, warnt er damit vor einer Gefahr und will sich oder seine Besitzer schützen. Wenn ein Hund knurrt und seine Zähne zeigt, sollten Sie sich vorsichtig nähern oder auf Abstand gehen. 

Augen

Wie beim Menschen wird der Gesichtsausdruck größtenteils von den Augen bestimmt. Wenn Sie einen Hund gut kennen, können Sie leichter herausfinden, was er mit seinen Augen ausdrücken will. Auch bestimmte körpersprachliche Signale Ihres Hundes können Ihnen helfen herauszufinden, was seine Augen kommunizieren. Bei einem entspannten, ruhigen Hund haben die Augen eine normale Form. Augen, die größer als normal aussehen, sind ein Zeichen dafür, dass Ihr Hund Angst hat oder sich bedroht fühlt. Aber auch bei einem aggressiven Hund sehen die Augen größer aus. Achten Sie deshalb auf weitere körpersprachliche Signale. Hunde, die sich nicht wohlfühlen, können die Augen zusammenkneifen oder haben hängende Augenlider.

Stellung der Ohren

Sind die Ohren nach unten und nach hinten gelegt, bedeutet das, dass Ihr Hund sich unterwirft oder gestreichelt werden möchte. Zeigen die Ohren nach unten und es kommen weitere Körpersignale hinzu, wie beispielsweise gefletschte Zähne, wittert Ihr Hund Gefahr und ist bereit, Sie zu schützen. Stehen die Ohren nach oben, kann das viele Bedeutungen haben. Es kann bedeuten, dass er gerade sehr aufmerksam ist. Macht Ihr Hund beispielsweise ein Nickerchen, während andere um ihn herum aktiv sind, können Sie vielleicht beobachten, dass sich seine Ohren weiter aufrichten, während sein Körper sonst unverändert bleibt. Er achtet dann einfach nur auf seine Umgebung, um herauszufinden, ob alles in Ordnung ist. Wenn Ihr Hund wach ist, seine Ohren aufstellt und plötzlich auf eine bestimmte Sache sehr konzentriert scheint, ist er ebenfalls aufmerksam.  Sind die Ohren senkrecht nach oben und gleichzeitig nach vorne gestellt, ist Ihr Tier gereizt und möglicherweise aggressiv.

Wenn bei Ihrem Hund die Ohren „oben“ sind, kann es sein, dass er ein Ohr nach oben und eins nach unten gestellt hat. Das ist nur eine zufällige Ohrenstellung, die besagt, dass er aufmerksam ist, aber nicht so sehr, dass er nach etwas Konkretem sucht.

Wenn Sie in der Körpersprache Ihres Hundes eine signifikante Veränderung bemerken, wie beispielsweise starkes Hecheln oder schlaffe Augenlider, sollten Sie umgehend Ihren Tierarzt kontaktieren. Vielleicht hat er eine Verletzung oder leidet an einer Krankheit, die so schnell wie möglich behandelt werden sollte.

Contributor Bio

Erin Ollila

Erin Ollila

 

Erin Ollila schreibt liebend gerne über Haustiere. Sie glaubt an die Kraft der Worte und ist überzeugt, dass Texte nicht nur informieren, sondern auch wahre lebensverändernde Botschaften an das Zielpublikum senden können. Ihre Artikel sind im Internet und in gedruckter Form zu finden. Kontaktiere Erin auf Twitter @ReinventingErin oder erfahre mehr über sie auf http://erinollila.com.

 

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