Hast du eine Katze, die nach dem Fressen erbricht? Dann bist du nicht allein! Es gibt mehrere Gründe, warum deine Katze nach dem Fressen erbrechen kann. Wichtig ist aber auch, zu verstehen, ob es sich um echtes Erbrechen oder um Hochwürgen handelt. In diesem Artikel erfährst du, worin der Unterschied besteht, welche Ursachen für Erbrechen oder Hochwürgen infrage kommen, was du zu Hause tun kannst – und wann du tierärztliche Hilfe in Anspruch nehmen solltest.

Erbricht deine Katze oder würgt sie nach dem Fressen hoch?

Der größte Unterschied zwischen Erbrechen und Hochwürgen ist, dass Erbrechen ein aktiver Vorgang ist, während Hochwürgen passiv geschieht. Die häufigste Ursache für Hochwürgen ist hastiges Fressen. Speiseröhre und Magen sind überlastet, und das Futter kommt direkt wieder heraus. Deine Katze frisst das Futter vielleicht sogar erneut, da es völlig unverdaut ist. Na toll! Hochwürgen kann auch durch eine ernstere Erkrankung verursacht werden, wie zum Beispiel einen Megaösophagus. Dabei funktionieren die Nerven in der Speiseröhre nicht richtig, sodass keine Kontraktionen stattfinden, die das Futter wie üblich in den Magen befördern. Die Speiseröhre füllt sich und entleert sich dann wieder.

Erbrechen ist – wie die meisten von uns aus eigener Erfahrung wissen – ein sehr aktiver Vorgang und bedeutet die muskuläre Ausstoßung des Mageninhalts. Dabei kommt in der Regel halbverdautes Futter oder Flüssigkeit zum Vorschein, je nachdem, wie viel Zeit seit der letzten Mahlzeit vergangen ist.

Hochwürgen tritt immer sofort oder kurz nach dem Fressen auf. Erbrechen kann hingegen unmittelbar oder erst Stunden später erfolgen. Erbrechen ist bei Katzen zudem leicht erkennbar, da es von diesem typischen Würgegeräusch begleitet wird, das alle erfahrenen Katzenbesitzer:innen fürchten! Zusammengefasst,

  • Hochwürgen: unmittelbar nach dem Fressen, passiv, unverdaute Nahrung
  • Erbrechen: kann unmittelbar oder erst Stunden nach dem Fressen auftreten, aktiver Vorgang mit Würgen und Bauchkontraktionen, es kann Futter in jedem Verdauungsstadium oder nur Flüssigkeit erbrochen werden.

Ursachen für Erbrechen nach dem Fressen bei Katzen

Es gibt mehrere Gründe, warum deine Katze nach dem Fressen erbricht

  1. Ein neues Futter. Plötzliche Futterumstellungen können bei manchen Katzen Erbrechen auslösen. Oft liegt es daran, dass sich bestimmte Nährstoffgehalte, zum Beispiel der Fettanteil, stark verändern und die Katze das nicht gewohnt ist.
  2. Haarballen. Beachte, dass Haarballen nicht normal sind und auf zugrunde liegende Verdauungsprobleme hinweisen können.

  3. Gastritis.

  4. Futtermittelallergien oder -unverträglichkeiten.

  5. Parasiten.

  6. UZugrunde liegende Erkrankungen wie Nieren- oder Leberprobleme.

Wie kannst du deiner erbrechenden oder hochwürgenden Katze helfen?

Wenn deine Katze hastig frisst, ansonsten aber aktiv, gesund und normal fressend ist, gibt es einige Dinge, die du ausprobieren kannst.

  1. Mahlzeiten aufteilen. Alle Katzen sind von Natur aus darauf ausgelegt, über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten zu fressen, und haben deshalb einen relativ kurzen, einfachen Verdauungstrakt. Stubentiger kommen am besten mit etwa 6 kleinen Mahlzeiten pro Tag zurecht. Futterautomaten mit Timer sind hierfür besonders praktisch, wenn du viel unterwegs bist. Da manche Katzen zu jeder Tages- und Nachtzeit aktiv sind, kannst du sie sogar nachts füttern. Das ist besonders hilfreich, wenn du regelmäßig um 4 Uhr morgens für einen Snack geweckt wirst! chte unbedingt darauf, dass du nur die normale Tagesration in kleine Mahlzeiten aufteilst – fütterst du zu viel, wird deine Katze schnell übergewichtig.
  2. Futter ausbreiten, statt es in einem Napf anzubieten. Wenn du das Futter deiner Katze auf einer großen, flachen Fläche wie einem Backblech verteilst, muss sie sich mehr Zeit beim Fressen lassen und kann nicht große Mengen auf einmal herunterschlingen.
  3. Nutze Futterspiele. Heutzutage gibt es viele verschiedene Futterspiele. Diese sollen deine Katze geistig fordern und gleichzeitig dafür sorgen, dass sie länger für ihre Mahlzeit braucht. Am Anfang musst du ihr vielleicht helfen, das Prinzip zu verstehen – oder sie wird kurz hungrig und frustriert –, aber die meisten Katzen lernen schnell. Du kannst sogar selbst ein Futterspiel basteln – mit diesen einfachen Schritten von Blue Cross.

Wenn deine Katze weiterhin hochwürgt oder andere mögliche Krankheitsanzeichen zeigt, solltest du tierärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Deine Tierärztin bzw. dein Tierarzt kann eine ernstere, zugrunde liegende Erkrankung ausschließen.

So kannst du einige der häufigsten Ursachen für Erbrechen vermeiden.

  1. Futterumstellung immer langsam vornehmen. Wenn du das Futter deiner Katze wechseln möchtest, mach das immer langsam – über 4-5 Tage oder länger, wenn deine Katze einen sehr empfindlichen Magen hat. Mische jeden Tag schrittweise mehr vom neuen Futter unter und reduziere die Menge des alten Futters, bis es vollständig ersetzt ist. Setze deine Katze niemals ohne Rücksprache mit deiner Tierärztin bzw. deinem Tierarzt auf eine spezielle Diät.
  2. Bürste deine Katze regelmäßig, besonders wenn sie langhaarig ist und du häufig Haarballen bemerkst. Sprich mit deiner Tierärztin bzw. deinem Tierarzt über Futtermittel mit hohem Fasergehalt, die helfen, Haare im Darm zu binden und durch den Verdauungstrakt zu transportieren.
  3. Entwurme deine Katze, wenn und so oft es deine Tierärztin bzw. dein Tierarzt empfiehlt. Das kann häufiger notwendig sein, wenn deine Katze eine begeisterte Jägerin ist und ihre Beute frisst.
  4. Regelmäßige Tierarztpraxisbesuche einplanen. Zugrunde liegende Krankheiten sind oft schwer zu erkennen und zeigen häufig erst im fortgeschrittenen Stadium klinische Anzeichen. Regelmäßige Jahresuntersuchungen (oder bei älteren Katzen häufiger) geben deiner Tierärztin bzw. deinem Tierarzt die Möglichkeit, Veränderungen im Verhalten oder bei Durst und Appetit zu besprechen sowie Bluttests durchzuführen, die helfen können, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.
  5. Aufbaufutter. Wenn du glaubst, dass deine Katze krank ist oder etwas gefressen hat, das sie nicht hätte fressen sollen, und deshalb erbricht, bitte deine Tierärztin bzw. deinen Tierarzt um ein hochverdauliches Aufbaufutter, das hilft, das Verdauungssystem so schnell wie möglich zu entlasten.

Es ist klar, dass manche Katzen empfindlicher sind als andere. Je nach Ursache des Erbrechens und wenn andere Maßnahmen nicht geholfen haben, kann deine Tierärztin bzw. dein Tierarzt zusätzliche diagnostische Tests empfehlen – möglicherweise auch einen Futtertest –, um herauszufinden, ob deine Katze eine Futtermittelallergie oder -unverträglichkeit hat. Wie immer gilt: Sei aufmerksam und achte auf Veränderungen. Beachte, was für deine Katze normal ist, und hole tierärztlichen Rat ein, wenn dir Veränderungen auffallen – auch wenn sie gering erscheinen –, da Katzen Krankheitszeichen gut verbergen können. Wenn deine Katze ein- oder zweimal erbricht oder hochwürgt, ist das nicht unbedingt besorgniserregend. Tritt es jedoch häufiger auf oder dauert länger als 24 Stunden, suche deine Tierärztin bzw. deinen Tierarzt auf. Anhaltendes Erbrechen kann schnell zu Dehydration und einem Verlust wichtiger Elektrolyte führen.

Gründe, warum deine Katze nach dem Fressen erbricht FAQ

Ist es normal, wenn eine Katze nach dem Fressen erbricht?

Nein. Alle Tiere erbrechen gelegentlich, aber regelmäßiges Erbrechen ist nicht normal. Wenn deine Katze regelmäßig erbricht – selbst wenn Wochen dazwischenliegen –, solltest du deine Tierärztin bzw. deinen Tierarzt aufsuchen.

Wie lange nach dem Fressen gilt es als Erbrechen?

Es ist nicht der Zeitpunkt, der entscheidend ist. Erbrechen ist ein aktiver, muskulärer Vorgang, bei dem der Magen entleert wird. Das kann kurz nach dem Fressen oder erst Stunden später passieren, wenn der Magen leer ist.

Sollte ich das Futter meiner Katze ändern, wenn sie nach den Mahlzeiten erbricht?

Du solltest tierärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. eine Tierärztin bzw. dein Tierarzt kann eine Futterumstellung empfehlen und/oder andere Maßnahmen, um eine zugrunde liegende Ursache auszuschließen.

Wann sollte ich meine Katze wegen Erbrechens zur Tierärztin bzw. zum Tierarzt bringen?

Wenn das Erbrechen regelmäßig auftritt – selbst wenn Wochen dazwischenliegen –, oder deine Katze stark erbricht oder länger als 24 Stunden erbricht, solltest du tierärztliche Hilfe aufsuchen.

Verfasst von Dr. Emma Milne BVSc FRCVS und geprüft von Dr. Karen Shenoy DVM

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